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Es werden Posts vom März, 2019 angezeigt.

Tag X+29: Vogelperspektive

Heute kein Walking. Nur war ich blöderweise schon zu der Zeit wach, zu der ich sonst immer raus muss. Blöd, blöd, blöd! In Lebensführung wurden wir dazu animiert unser Leben aus der Vogelperspektive zu Papier zu bringen. Als Hinweis gab es einige Ideen, wie man das machen könnte: Zeitstrahl, Spirale, Labyrinth, Garten,etc. Ein Labyrinth erschien mir nicht passend und wahrscheinlich hätte ich mich dann auch noch in meinem eigenen Leben verlaufen. Ich habe mich dann für die Spirale entschieden. In echt ist die natürlich in Farbe und bunt. 😛 Bei "Lebensenergie und Agression" gab es diesmal Holzschwerter! Ha! Das war ja mal was für mich. Aber es gab keine Verletzten oder gar Tote. Zum Abkühlen des erhitzten Kämpfergemüts gab es dann noch ein paar Mantra zum Besingen.

Tag X+28: Erst die Kür, dann die Pflicht!

Zuerst der Zombie Walk, ist ja klar. Nach dem Frühstück direkt ins Einzelgespräch. Nachdem ich nun schon seit einer Woche das Bass-Spielen vor mir her schiebe, wurde ich "genötigt" zuerst die Kür und dann die Pflicht anzugehen. Also Bass gestimmt und "Für Elise" geübt. Die Pflicht danach war ein Willkommensschild für einen neuen Mitpatienten zu malen, für den ich als Pate in den ersten Tagen zuständig bin. Diese Umsortierung fühlte sich erstaunlich gut an. Manchmal ist es doch gut, den Nachtisch zuerst zu essen. Die Thailänder sehen das übrigens ähnlich und ganz pragmatisch und haben sogar ein eigenes Wort dafür: Sanuk heißt soviel wie 'Spaß haben'. Alles, was man tun kann, wird danach bewertet, ob es Spaß bringt. Was nicht sanuk ist, lässt man lieber bleiben, wann immer es geht. Manchmal muss man Dinge tun, die nicht sanuk machen - aber dann geht es um die Frage, wie man das Unvermeidliche mit etwas sanuk würzen und damit angenehmer machen kan...

Tag X+27: Außentermin

Nachdem ich gestern noch dachte, dass ich ja einen grandiosen freien Dienstagvormittag habe, fiel mir dann doch noch ein, dass ich einen wichtigen Außentermin hatte. Aber vorher war noch der selbstverprichtete Zombie Walk und nach dem Frühstück noch etwas Körperbewegung zu den fünf Rhythmen. Im Plenum war mal wieder Verabschiedung und Begrüßung. Diesmal wurde aber mehr getanzt. Das wurde dann auch am Abend zur Sockendisko fortgesetzt, auch wenn die Beteiligung recht verhalten war.

Tag X+26: Zombiewoche

Diese Woche wird es gelingen! Alle Termine zum frühmorgendlichen Walking will ich wahrnehmen. Sind ja nur vier. Wäre doch gelacht, wenn mir das nicht gelingen sollte. Naja, die Motivation ist nicht mit aufgestanden, hat mich aber trotzdem aus dem Bett geworfen. Somit musste ich nur mit mir selbst zum Zombie Walk. Aber das Ergebnis zählt und es gibt keine Haltungsnoten. Die "Bewegungstherapie" nach dem Frühstück hätte mich fast wieder in das Land der Träume katapultiert. Progressive Muskelentspannung ist auch sehr entspannend. Mein Gespräch beim Chef habe ich wieder einmal verpennt. Wer denkt schon direkt nach dem Mittag an sowas? Ich scheinbar nicht. Beim Taketina waren es diesmal die Silben Ga-La-Ma... und noch irgendwas oder so ähnlich. Hab es schon wieder vergessen. Ich glaube fast, um das als Therapeut anbieten zu können, muss man schon einen leichten Fetisch für Arhythmus haben.

Tag X+25: Innerer Garten und äußeres Kaffeetrinken

Sonntagmorgen, neun Uhr dreißig, irgendwo in Deutschland... ich sitze in der Runde und versuche mich an meinem Inneren Garten. Ich fange wieder bei null an, da ich mich nicht an meine letzte Version erinnern konnte. Mir kam als Idee der Kirschbaum auf dem Hof vom Haus aus meiner Kindheit in den Sinn. Als ich ihn das letzte Mal sah - viele Jahre nach meinem Wegzug von dort - war er ein stattlicher Baum geworden. Groß, ausladend, runde Krone. Trägt bestimmt immer noch viele Kirschen im Sommer. Blöderweise bin ich mittlerweile auf Kirschen allergisch. Aber der Baum ist trotzdem noch toll! Am Nachmittag bekam ich "Krankenbesuch". Da ich diesmal nicht fußkaputt war, konnte ich mich im Café treffen. Am Abend habe ich mich noch mit meinem Wochenbericht und der Gestaltung "Meiner Mitte" im Gruppenraum beschäftigt.

Tag X+24: Frühling

Wochenende! Oder besser das, was man hier dafür hält. Frühstück - diesmal wohlweislich nicht ganz so üppig - und ab zum Waschbärenyoga! Der Otter hat als Vergleich ausgedient. Er wirkt doch viel zu beweglich für das, was ich hier abgebe. Bei der darauf folgenden Kreativen Integration ging es um das Thema Frühling. Zum Glück fühlte ich mich den ganzen Tag schon wie ebensolcher und so tanzte ich die beste wachsende Frühlingsblume der Welt. Tja, man darf schon auch mal stolz auf sich sein. Weil Nur-Tanzen zu unkreativ ist, durfte ich das ganze auch noch bildlich festhalten. Das Ergebnis seht ihr ja hier. Habt ihr schon einmal versucht ein Bild durch eine Körperpose darzustellen? Nein? Ich bis heute auch nicht. Kann ich jetzt auch, zumindest glaube ich das. Falls die Position des Frühlings tatsächlich einmal vakant sein sollte, ich glaube, das wäre auch was für mich. 😁 Den Nachmittag habe ich dann alleine verbracht. Menschen hatte ich in der Woche genug um mich.

Tag X+23: Eulen

Zombie Walk fiel dem Schlaf zum Opfer. Passiert! Der Vormittag war recht kurzweilig. Wir hatten "Beziehung und Kommunikation". Jeder durfte sich eine Karte mit einer Eule aussuchen. Ich wählte die... na, wer kann es erraten... die Zombieeuele! 😛 Danach "diskutierten" wir noch miteinander indem wir nur das Wort "Bla" benutzen durften. Manchmal reicht auch das. Oft enthält eine Diskussion auch nicht mehr Informationen. Danach noch Gruppentherapie und nach dem Mittag ging es mal wieder nach Hause. Wäsche waschen und so. Mein Kumpel der Polizeipräsident hat mir auch schon wieder geschrieben. Ich glaube, der stalkt mich. Noch ein WG-Käffchen dazu und dann ging es auch schon wieder zurück in mein aktuelles Exil...

Tag X+22: Lebensenergie

Donnerstag ist zombiefrei! 😀 Nach dem Frühstück gab es die Selbsteinschätzung zum Stand der Therapieziele. Nun ja, durch die Intensivwoche waren doch ein paar andere Dinge mehr im Fokus. Aber jetzt bin ich wieder auf Kurs. Vor dem Mittag bastelte ich mir zum zweiten Mal einen Notfallzettel für die Hosentasche. Wenigstens stehen jetzt ein paar mehr Sachen drauf. Nach dem Mittag war ausgiebig Pause und dann ging es zu "Lebensenergie und Aggression". Klingt erstmal voll gefährlich. War es aber zum Glück nicht. Wir übten uns im Nein-sagen. Probierten verschiedene Arten aus durch variieren von Stimme und Körpersprache. Nach dem Motto "Ein Nein zu jemanden anderem ist ein Ja zu uns selbst." übten wir nun das Ja zu uns selbst. Boah, da fand ich das Nein ja dann doch einfacher. Aber Übung macht den Meister und ich bin ja hier, um mich weiterzuentwickeln. Am Abend bin ich dann noch zum unaggressiven Mantrasingen. "Har Har Har" war eine Zeile und mir kam...

Tag X+21: Liebe

Walking wurde geschwänzt wegen Vollmond! 😬 In der Selbststeuerung habe ich den Otter in meinen Inneren Ort aufgenommen. Aber irgendwie macht der nur Blödsinn dort. Ich beobachte das mal noch ein wenig. Aber über dem ganzen Tag schwebte die ganze Zeit der Abschied. Nach dem Mittag waren dann wirklich alle weg und die Stimmung war seit dem recht gedrückt. Als ob das nicht schon mies genug war, gab es eine Runde Achtsamkeitspraxis zum Thema "LIEBE". Boing, volle Kanne auf die Zwölf. Was sich so leicht anhört, ist ein tüchtiger Brocken, wenn man es mal auseinander nimmt. Es gab auch reichlich "Ausfälle" während der 100 Minuten. Nachdem wir gesammelt haben, was Liebe alles sein kann, was es braucht, um sich geliebt zu fühlen, und was man selbst tut, um seine Liebe zu zeigen, gab es den Einwurf, dass Liebe auch eine große Portion Irrationalität enthält und damit war die Sammlung schon Makulatur - außerdem gehen mir gerade die Kommas aus. Zur allgemeinen Erhe...

Tag X+20: Kreativ

Habe mich heute doch glatt zu den Zombies gesellt und das trotz nahendem Vollmond! Ich war danach trotzdem noch müde, aber zumindest fühlte ich mich frischer. Dann hatte ich direkt mein erstes "Krea-Einzel", wie es hier heißt. Also ein Einzelgespräch mit einer Kerativtherapeutin. Irgendwie kamen wir auf das Thema Reisen und so malte ich ein entsprechendes Bild. Ist eigentlich selbsterklärend, oder? Falls nicht... naja, Pech gehabt, Keule! 😝 Im Plenum gab es dann noch eine große Verabschiedung. Morgen verlassen uns fünf Mitstreiter und zwei weitere am Freitag bzw. Montag. Es lagen noch Blumen und Krafttiere zum Auswählen aus und mich hat direkt der Otter angesprochen. Steht er doch für Originalität! Zumindest habe ich jetzt auch eine eigene Blume in meinem Zimmer und bin nicht mehr ganz so alleine mit Karlchen. Abends war noch eine grandiose Sockendisko präsentiert von DJ Ta-Ke-Tino. Mehr muss ich hierzu nicht sagen... 😎

Tag X+19: Ta-Ke-Tino

Zombie-Walk habe ich mal sicherheitshalber ausfallen lassen. Schließlich ist fast Vollmond und man weiß ja nie... Nach einer Runde "Selbstbeherrschung" bzw. -steuerung erlebte ich die wohl kürzeste Morgenrunde bisher. Ich glaube, sie dauerte keine fünf Minuten. 😳 Naja, hatte ich mehr Zeit für einen Zwischenkaffee. Danach noch Patenientenversammlung, Gruppentherapie, Mittag und Einzel beim Chef. Ich glaube, er versuchte mir eine YouTube-Sucht einzureden... Bloß weil ich in der Zeit vor der Klinik mir meine Zeit mit Dokus gucken vertrieben habe? 😒 Wie auch immer, zumindest kam ich noch rechtzeitig zur Rhythmustherapie (gibt es eigentlich ein Wort mit noch mehr stummen H's?). Das ganze nennt sich Ta-Ke-Ti-Na und Scheitern gehört zum Konzept. Das sollte doch nicht allzu schwer fallen, dachte ich mir. War es dann doch und erinnerte mich stark an meine ersten Tanzstunden. Hat aber trotzdem Spaß gemacht und ich verlieh mir selbst den Titel Ta-Ke-Tino, welchen nun...

Tag X+18: Stimmung wie das Wetter

Heute war nicht viel los. Vormittag und damit das Frühstück verschlafen. Am Nachmittag gab's Kuchen. Mein Highlight des Tages. Ansonsten blieb die Stimmung wie das Wetter am Nachmittag: grau und regnerisch.

Tag X+17: Fuß kaputt

Boah, was für eine Nacht. Ich wachte mit einem schmerzenden Fuß auf. Ich kannte das schon, hatte ich das doch bereits einige Wochen vorher schon mal erlebt. Fühlte sich an wie gebrochen, verstaucht, geprellt. Ich konnte mich aber an nichts erinnern, was auch nur annähernd einen solch destruktiven Impakt auf meinen Fuß gehabt haben konnte. Ein Vorteil, in einer Klinik zu sein, ist, daß Hilfe nur einen Ruf entfernt ist. Ich habe mir etwas zum Kühlen geben lassen. Nach einer unruhigen Restnacht, konnte ich den Bereitschaftsarzt konsultieren. Der brachte Gicht ins Gespräch! 😵 Ich war von den Socken, sofern ich welche angehabt hätte. Nun ja, die Indizien sprechen dafür und nun ist es an mir, diese Diagnose zu akzeptieren. Die Behandlung mit Ibuprofen lies mich den weiteren Tag überstehen. Einen Vorteil hatte es, ich kam so um das Ottern beim Yoga herum. Man muss auch mal das Gute im Schlechten sehen. 😉 Am Nachmittag gab es noch netten Besuch, welchen ich aber aufgrund meiner einge...

Tag X+16: Hausbesuch

Der Freitag nach der Intensivwoche fing eigentlich ganz ruhig mit einer Meditation an und wurde dann durch die Gruppentherapie aber noch einmal heftig. Dafür war dann nach dem Mittag frei und ich bin kurz nach Hause gefahren, um Wäsche zu waschen und neue Motiv-T-Shirts zu holen. Der Erwartungsdruck durch die Gruppe ist schon sehr hoch. 😆 Auf dem Heimweg fühlte es sich nicht wie Nach-Hause-Fahren an, sondern eher wie von Zu-Hause-Wegfahren. Hmmm... wahrscheinlich stimmt der Satz "Home is where your heart is!" und meins scheint im Moment mehr hier zu sein. Zu Hause erwartete mich nur ein persönlicher Brief des Polizeipräsidenten, der um eine kleine Spende bat. Verdienen die echt so wenig? 😁

Tag X+15: Intensivwoche

Ich habe die Intensivwoche geschafft - oder sie mich? Wie auch immer, es liegt hinter mir. Eine nicht nur intensive sondern vor allem emotionale Erfahrung. Wir haben uns gegenseitig unsere Dämonen vorgeführt. Die meisten waren an die kurze Leine gelegt und manche trugen sogar einen Maulkorb. Die ganz starken Dämonen konnten sich zeitweilig losreißen, wurden aber schnell wieder eingefangen. Mit der Hilfe der Gruppe und der Therapeuten gelang dies sehr gut. Eine Übung hatte zum Ziel sein Krafttier zu finden. Bei mir war keins da. Zumindest wurde bei mir keines vorstellig. Als wir es darauf dann in Ton "manifestieren" sollten, habe ich meins aus dem Inneren Ort genommen. Als wir dann die Bedeutung der einzelnen Krafttiere erfuhren, wurde mir klar, warum ich keins gesehen habe. Es war ja schon da und da meines scheinbar sehr praktisch veranlagt scheint, hat es sich wohl die zusätzliche Vorstellungsrunde einfach gespart. Randbemerkung: Mein Krafttier ist nicht das Faultier...

Tag X+11: Kuchen und Kekse

Diesmal nicht verschlafen und nach dem Frühstück erst einmal meinen "Inneren Garten" imaginisiert. So richtig wollte er nicht blühen. Ich glaube, weil mein Tier aus dem "Inneren Ort" dort nicht war. Es hätte sich aber gut in der hochgewachsenen Wildwiese verstecken können und auf den Kirschbäumen. Ich glaube, ich muss noch einmal umgestalten. Das was rausgerissen wird, soll alles auf den Kompost. Na der wird ordentlich hoch. Das Wetter war heute auch eher zum drinne bleiben und so gab's Kaffee, Kuchen und Gespräch am Nachmittag. Der Kuchen schmeckte besser als er optisch den Anschein hatte. Nach vier Stücken habe ich aber die Testreihe eingestellt. Das Ergebnis veränderte sich nicht weiter. Kuchen = gut. Nach dem Abendessen gab es Patientenkino im Fernsehraum. Wir haben uns "Paulette"angeschaut. Eine Oma fängt an Space Cookies zu backen, weil die Rente nicht reicht. War ein sehr spaßiges Gruppenerlebnis, welches je durch die Frage, ob schon jeder s...

Tag X+10: Bettotter

So, da ich heute glorreich verpennt habe, musste das Otter-Yoga ohne mich stattfinden. Ich kam dadurch auch um das "Tanz Deinem Daumen hinterher" herum. Bis auf das fehlende Frühstück habe ich keine bleibenden Schäden davongetragen. Ich konnte dies auch durch Suppenzufuhr zur Mittagszeit weitestgehend kompensieren. Die Figur des Otters kann man übrigens auch sehr bequem im Bett einnehmen. Das ist quasi gelebtes Yoga oder besser in den Alltag eingearbeitetes Yoga. Ich werde hier noch voll zum Yoghurt. 😁 Am Nachmittag habe ich mich dem Wahnsinn des Einkaufens an einem Sonnabend hingegeben. Die anderen Leute hatten wohl die gleiche Idee, sodaß wir uns alle gegenseitig im Weg standen. Zuguterletzt konnte ich meinem inneren Kind doch noch ein Lego-Bausatz erstehen. Es hat auch sehr eindringlich und ausdauernd gequängelt. Hat es sich also mehr als verdient. Jetzt muss ich es nur noch bauen.

Tag X+9: Lego im Kino

Heute war ja Feiertag. Frauentag und so. Als einer der wenigen Männer hier, fühlte ich mich leicht "diskriminalisiert". 😝 Am Nachmittag war ich mit meinen Kindern im Kino. Tag zuende!

Tag X+8: Krampf im Ohr

Vormittag startete mit dem Thema Selbstliebe. Und NEIN, damit ist nicht ausschließlich die gemeint, welche man alleine unter der Bettdecke praktiziert. 😜 Nach meinem Einzelgespräch ging es weiter mit dem Inneren Ort. Ich finde, das Tier, welches ich mir dorthin gewünscht habe, macht schon einen großen Teil des guten Gefühls aus. 😊 Nachdem ich mein Gespräch beim Chefarzt verpennt habe, begab ich mich auf eine Klangreise, zumindest laut Plan. Die "Lockerungsübung" zu Beginn löste bei mir das ganze Gegenteil aus. Die Musik wirkte auf mich, als ob mir jemand mit Xylophonschlägeln auf meine Stirn eintrommelt. Achim Mentzel hätte es nicht besser machen können, außer dass seine Stücke noch erträglich anhörten. Kann man eigentlich einen Krampf im Ohr bekommen? Fühlte sich bei mir aber so an und die Verspannung arbeitete sich langsam über Nacken und Schultern durch den Rest des Körpers. Ich hegte die leise Hoffnung, dass sich die Anspannung durch die nun folgende Klangreise lös...

Tag X+7: Flucht aus der Klinik

Der Titel klingt ja voll dramatisch... soll er ja auch! 😜 Aber der Reihe nach! Vormittagsprogramm waren Grenzen aus Sprungseilen. Meine sahen irgendwie unrund aus und das war sicher der Grund, warum ich als "Grenzräuber" für die anderen agieren musste. Nun ja, sicher auch weil ich viel größer bin als die anderen. Hach, manchmal wünscht man sich auch mal klein zu sein. So in Situationen in denen man gerade wieder mit dem Kopf gegen einen Türrahmen gerannt ist, zum Beispiel. 😭 Am Nachmittag hatte ich nur ein kurzes Einzelgespräch und habe mich dann heimlich aus der Klinik geschlichen, nicht aber ohne vorher im Schwesternzimmer Bescheid zu geben. Sicher ist sicher! Ich bin schon ein verdammt gerissener Fuchs. 🦊 Ich war dann kurz zu Hause, um Black Beauty zu mir zu holen, damit ich nicht ganz so einsam bin. Karlchen ist aufgrund seiner Größe kein adäquater Ersatz. Sorry kleiner Bär! Ich habe Dich trotzdem lieb. 😘 

Tag X+6: Sockenfische

Puh, was für ein Tag! Er fing eigentlich ganz harmlos an. Ich kam um den Zombie-Walk herum, da ich noch einmal zum EKG sollte. Der andere Versuch war ja irgendwie verwackelt. So schleppte ich mich langsam aus dem Bett, um meine perfekte "Nahe-Null-Linie" nicht zu stören. Dann kamen wieder die kalten Klammern für Hand- und Fußgelenke und der "Octopus" für den Herzbereich. Nach einem langen, harten Kampf gegen das Seeungeheuer, durfte ich dann doch noch zum Frühstück. Der erste Teil des Vormittags drehte sich um "Pendeln" und "Tresore" und dann ging es weiter mit Fischen - also keine echten - die waren auf Karten. Meine "müde Flunder" entpuppte sich leider als gelangweilt und der zweite Versuch eines müde aussehenden Fisches führte mich zu "ängstlich". Ich fühlte mich nicht richtig repräsentiert. Neuer Versuch: diesmal selbstgemalte Fische! Aus datenschutzrechtlichen Gründen, kann ich meinen tolle Fischkonstellation leider...

Tag X+5: Buntes Treiben

Erster Tag des "Normalprogramms" und es ging gleich in die Vollen. Nach dem üblichen Zombie-Walk durch den ungemütlichen Morgen und Frühstück nebst KAFFEE habe ich einen Notfallzettel angefangen, welchen ich künstlerisch auf Portmoneegröße gefaltet habe. Dort kommen all die "guten" Dinge drauf, die mir in schlechten Momenten helfen können. In der Patientenversammlung wurden Patientendienste vergeben. Da ich schon einmal Gruppenratsvorsitzender war, wählte ich eher angenehmere Tätigkeiten. Ich bin nun für den Patienten-PC zuständig. Die Haupttätigkeit ist das Aussschalten des Monitors am Abend. Naja, für diese anspruchsvolle Tätigkeit habe ich ja schließlich Informatik studiert. 😆 Die andere Tätigkeit gefällt mir schon eher: DJ für die Sockendisko morgen! 😎 Gerade liegt noch eine Liste aus, auf der Musikwünsche notiert werden können. Ich bin mal echt gespannt, was mich da erwartet oder ob ich nicht doch steuernd eingreifen muss und ich meine Mitpatienten zur g...

Tag X+4: Erdung

Neuer Tag, neues Glück! Heute war - nach einer Imaginationsübung über meinen "Sicheren Ort" - das Thema des Vormittags Erdung. Die Antwort "gelb-grünes Kabel" wurde akzeptiert (und nein, ich habe das nicht gesagt! 😝), aber gesucht war doch etwas anderes. Obwohl die Analogie zur Elektrotechnik durchaus als Metapher passt. Jeder sollte sich heute auch noch ein Tagesziel setzen. Meins war Sport, da ich das ja gestern nicht gemacht habe. Ich habe nach dem Mittag gleich noch eine Mitpatientin als Motivationspartner gewinnen können, sodass wir am Nachmittag im Fitnessstudio waren. Den Kuchen nebst Kaffee hatte ich mir danach dann echt verdient. 🍰😋 Den Rest des Tages habe ich mit Gesprächen verbracht und abends gab's dann Pantoffelkino im werbefinanzierten Free-TV: Ghostbusters 3 - eine Aneinanderreihung von Frauen-Clichés. 😉 Morgen beginnt die echte Woche und bis um vier am Nachmittag ist volles Programm...

Tag X+3: Apanasana

- "Apanasana." - "Apana...was?" - "Apanasana!" - "Und was soll das sein?" - "Die Übung, die Winde befreit!" - *pups* OK, den Dialog gab es nicht, aber das Ergebnis beim Yoga war das gleiche. 😡 Meine erste Erkenntnis vom Samstag war: Vor dem Yoga nur ein kleines Frühstück zu sich nehmen! Den Rest der Yogastunde verbrachte ich damit, mein Frühstück kontrolliert in mir zu behalten. Neben all den Katzen, Kühen und sonstigen Figuren, fühlte ich mich eher so: Yogafigur "Der schwabbelnde Otter" In der nächsten Stunde tanzte ich noch meinem Daumen, Ellenbogen und sonstigen Körperteilen hinterher. Das ABC der Namen kommt wohl erst später. Erstmal Grundlagen schaffen. Der Nachmittag fiel etwas mäßig aus, da ich nur geschlafen habe und ich mich zu nichts aufraffen konnte. Hatte ich öfter, kenne ich schon. 😟 P.S.: Link-Tipps 7 Poses That Make You Fart Das kleine Asana-Lexikon – die wichtigsten Asanas

Tag X+2: Stille Alkoholiker

Heute war ein erlebnisreicher Tag. Wer hätte es gedacht? Also ich nicht. Aber der Reihe nach... Der Morgen begann mit einem zombiesken Ausflug in den angrenzenden Park. Zu meinem Trost sahen die Mitpatienten auch nicht besser aus, als ich mich fühlte. 6:45 Uhr ist noch nicht meine Zeit. Dafür schmeckte das Frühstück dann umso besser. Kannte ich so auch schon lange nicht mehr. Ich hatte nicht gedacht, dass so ein wenig Struktur schon so viel bringt. Weiter ging es dann mit Organisatorischem und Einführungen in den Therapiealltag. Die Regeln wurden besprochen und natürlich kam auch das Alkoholverbot zur Sprache. Warum mich das so beschäftigt, ist mir selbst noch nicht klar. Aber vielleicht ist es mal einen Versuch wert, darauf zu verzichten. Immerhin ist es auch eine Droge, wenn auch gesellschaftlich akzeptiert. 🤷🏼‍♂️ Das Mittagessen wurde heute in Stille eingenommen. Schräges Empfinden! Das Essen schmeckte dadurch auch nicht anders. Erstaunlicher war aber, dass einige erwachsen...