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Tag X+29: Vogelperspektive

Heute kein Walking. Nur war ich blöderweise schon zu der Zeit wach, zu der ich sonst immer raus muss. Blöd, blöd, blöd! In Lebensführung wurden wir dazu animiert unser Leben aus der Vogelperspektive zu Papier zu bringen. Als Hinweis gab es einige Ideen, wie man das machen könnte: Zeitstrahl, Spirale, Labyrinth, Garten,etc. Ein Labyrinth erschien mir nicht passend und wahrscheinlich hätte ich mich dann auch noch in meinem eigenen Leben verlaufen. Ich habe mich dann für die Spirale entschieden. In echt ist die natürlich in Farbe und bunt. 😛 Bei "Lebensenergie und Agression" gab es diesmal Holzschwerter! Ha! Das war ja mal was für mich. Aber es gab keine Verletzten oder gar Tote. Zum Abkühlen des erhitzten Kämpfergemüts gab es dann noch ein paar Mantra zum Besingen.

Tag X+28: Erst die Kür, dann die Pflicht!

Zuerst der Zombie Walk, ist ja klar. Nach dem Frühstück direkt ins Einzelgespräch. Nachdem ich nun schon seit einer Woche das Bass-Spielen vor mir her schiebe, wurde ich "genötigt" zuerst die Kür und dann die Pflicht anzugehen. Also Bass gestimmt und "Für Elise" geübt. Die Pflicht danach war ein Willkommensschild für einen neuen Mitpatienten zu malen, für den ich als Pate in den ersten Tagen zuständig bin. Diese Umsortierung fühlte sich erstaunlich gut an. Manchmal ist es doch gut, den Nachtisch zuerst zu essen. Die Thailänder sehen das übrigens ähnlich und ganz pragmatisch und haben sogar ein eigenes Wort dafür: Sanuk heißt soviel wie 'Spaß haben'. Alles, was man tun kann, wird danach bewertet, ob es Spaß bringt. Was nicht sanuk ist, lässt man lieber bleiben, wann immer es geht. Manchmal muss man Dinge tun, die nicht sanuk machen - aber dann geht es um die Frage, wie man das Unvermeidliche mit etwas sanuk würzen und damit angenehmer machen kan...

Tag X+27: Außentermin

Nachdem ich gestern noch dachte, dass ich ja einen grandiosen freien Dienstagvormittag habe, fiel mir dann doch noch ein, dass ich einen wichtigen Außentermin hatte. Aber vorher war noch der selbstverprichtete Zombie Walk und nach dem Frühstück noch etwas Körperbewegung zu den fünf Rhythmen. Im Plenum war mal wieder Verabschiedung und Begrüßung. Diesmal wurde aber mehr getanzt. Das wurde dann auch am Abend zur Sockendisko fortgesetzt, auch wenn die Beteiligung recht verhalten war.

Tag X+26: Zombiewoche

Diese Woche wird es gelingen! Alle Termine zum frühmorgendlichen Walking will ich wahrnehmen. Sind ja nur vier. Wäre doch gelacht, wenn mir das nicht gelingen sollte. Naja, die Motivation ist nicht mit aufgestanden, hat mich aber trotzdem aus dem Bett geworfen. Somit musste ich nur mit mir selbst zum Zombie Walk. Aber das Ergebnis zählt und es gibt keine Haltungsnoten. Die "Bewegungstherapie" nach dem Frühstück hätte mich fast wieder in das Land der Träume katapultiert. Progressive Muskelentspannung ist auch sehr entspannend. Mein Gespräch beim Chef habe ich wieder einmal verpennt. Wer denkt schon direkt nach dem Mittag an sowas? Ich scheinbar nicht. Beim Taketina waren es diesmal die Silben Ga-La-Ma... und noch irgendwas oder so ähnlich. Hab es schon wieder vergessen. Ich glaube fast, um das als Therapeut anbieten zu können, muss man schon einen leichten Fetisch für Arhythmus haben.

Tag X+25: Innerer Garten und äußeres Kaffeetrinken

Sonntagmorgen, neun Uhr dreißig, irgendwo in Deutschland... ich sitze in der Runde und versuche mich an meinem Inneren Garten. Ich fange wieder bei null an, da ich mich nicht an meine letzte Version erinnern konnte. Mir kam als Idee der Kirschbaum auf dem Hof vom Haus aus meiner Kindheit in den Sinn. Als ich ihn das letzte Mal sah - viele Jahre nach meinem Wegzug von dort - war er ein stattlicher Baum geworden. Groß, ausladend, runde Krone. Trägt bestimmt immer noch viele Kirschen im Sommer. Blöderweise bin ich mittlerweile auf Kirschen allergisch. Aber der Baum ist trotzdem noch toll! Am Nachmittag bekam ich "Krankenbesuch". Da ich diesmal nicht fußkaputt war, konnte ich mich im Café treffen. Am Abend habe ich mich noch mit meinem Wochenbericht und der Gestaltung "Meiner Mitte" im Gruppenraum beschäftigt.

Tag X+24: Frühling

Wochenende! Oder besser das, was man hier dafür hält. Frühstück - diesmal wohlweislich nicht ganz so üppig - und ab zum Waschbärenyoga! Der Otter hat als Vergleich ausgedient. Er wirkt doch viel zu beweglich für das, was ich hier abgebe. Bei der darauf folgenden Kreativen Integration ging es um das Thema Frühling. Zum Glück fühlte ich mich den ganzen Tag schon wie ebensolcher und so tanzte ich die beste wachsende Frühlingsblume der Welt. Tja, man darf schon auch mal stolz auf sich sein. Weil Nur-Tanzen zu unkreativ ist, durfte ich das ganze auch noch bildlich festhalten. Das Ergebnis seht ihr ja hier. Habt ihr schon einmal versucht ein Bild durch eine Körperpose darzustellen? Nein? Ich bis heute auch nicht. Kann ich jetzt auch, zumindest glaube ich das. Falls die Position des Frühlings tatsächlich einmal vakant sein sollte, ich glaube, das wäre auch was für mich. 😁 Den Nachmittag habe ich dann alleine verbracht. Menschen hatte ich in der Woche genug um mich.

Tag X+23: Eulen

Zombie Walk fiel dem Schlaf zum Opfer. Passiert! Der Vormittag war recht kurzweilig. Wir hatten "Beziehung und Kommunikation". Jeder durfte sich eine Karte mit einer Eule aussuchen. Ich wählte die... na, wer kann es erraten... die Zombieeuele! 😛 Danach "diskutierten" wir noch miteinander indem wir nur das Wort "Bla" benutzen durften. Manchmal reicht auch das. Oft enthält eine Diskussion auch nicht mehr Informationen. Danach noch Gruppentherapie und nach dem Mittag ging es mal wieder nach Hause. Wäsche waschen und so. Mein Kumpel der Polizeipräsident hat mir auch schon wieder geschrieben. Ich glaube, der stalkt mich. Noch ein WG-Käffchen dazu und dann ging es auch schon wieder zurück in mein aktuelles Exil...